Melle's Kajak Trip nach Uganda im Frühjahr 2011 - 1. Juni 2011















Nach einem entspannten Flug mit Zwischenstopp in Addis Abeba, wurde ich von Christoph Vogels und Paul Meylahn am Flughafen in Entebbe abgeholt. Paul und Chris sind schon zwei Wochen früher nach Uganda geflogen gewesen. Schon beim Aussteigen aus dem Flugzeug prallte mir eine brennende Hitzewand entgegen. 5 °C in Deutschland, 30° C in Uganda, besser kann ein Urlaub fast gar nicht anfangen.

Einziger Grund zur Sorge: Kommt auch mein Boot hier an. Da meine Airline kein Sperrgepäck mitnehmen wollte, musste Thomas zwei Boote mitbringen. Das geplante Sight- seeing in Kampala, wegen dem die Jungs mich eigentlich am Flughafen abgeholt hatten ließen wir auf Grund fehlender Sights einfach sein. Wir wollten lieber noch einen kurzen Feierabend-run auf dem weißen Nil machen. Aufgrund dessen,dass Chris seinen Laptop in einem Fastfood Restaurant in Kampala stehen gelassen hatte und wir fast den ganzen Weg noch einmal zurück fahren mussten, wurde draus leider Nichts. Zum Glück war wenigstens der Laptop noch da.

Nach über 24h Reise endlich im Camp mit einem Nile Special in der Hand fühlte ich mich fast wie im Himmel. Am nächsten Morgen konnte voll motiviert gestartet werden. Thomas war in der Nacht angekommen und hatte zum Glück beide Boote mit im Gepäck! Allerdings ohne die ganzen Einbauten! Falls jemand schon immer mal wissen wollte wie man einen Pyranha Molan zerlegt,- Ich weiß es jetzt….

Nach unserer kleinen Bastelstunde ging es dann endlich aufs Wasser. Der Silverback –Channel sollte eigentlich schon aufgrund des Staudammbaus gesperrt sein, doch ein Vögelchen zwitscherte uns, dass die Absperrungen doch noch nicht so weit stehen würden.
So war es dann auch, trotz dem verursachte es ein leicht mulmiges Gefühl an der Baustelle vorbei zu paddeln und zu wissen, dass jeden Moment die Guards mit den Maschinengewehren auftauchen könnten.
Das erste Mal paddeln auf dem Nil war einfach gigantisch! Super Wetter, warmes Wasser und riesige Wellen…. Einziger Wehrmutstropfen, das Wissen, dass dieses Paradies schon bald von den Wassermassen des Stausees begraben sein wird.
Am Ausstieg Silverback wurden wir von unseren Boda- Bodas abgeholt. Boda- Bodas sind Motorrädern, mit denen die Einheimischen eigentlich alles erledigen, da Autos noch immer sehr Teuer sind. Auf ein Boda- Boda passen 2 Erwachsene und 2 Ziegen oder 3 Erwachsene und 2 Kinder oder eben 1 Paddler mit Fahrer und Boot und Paddel.

Die folgenden Tage paddelten wir auf der so genannten day one section. Im oberen Teil hat es mehrere Inseln, zwischen denen Kanäle mit wuchtigem Wildwasser fließen. Man hat viele Möglichkeiten zwischen den Kanälen zu wählen um nicht immer die gleiche Strecke paddeln zu müssen. Auf diesem Flussabschnitt befinden sich auf dem Hauptarm die Bujagali- Falls, in den Nebenarmen gibt es Rapids mit den Namen: Plade-runner und Widow maker und noch einige andere.
Widow maker wird normalerweise nicht befahren, außer von Christoph der unabsichtlich eine echte Actionline hinlegte, sich aber standhaft weigert diese Befahrung noch einmal zu wiederholen.
Einzige negative Überraschung, als wir an Bujagali- Falls filmten war auf ein Mal Pauls Helm verschwunden. Von den Eingeborenen Paddlern dort hatte den Helm und den Dieb natürlich „Keiner“ gesehen. Die Anmerkung, dass es schlecht für ihr Geschäft wäre wenn sich herum spräche, dass an Bujagali Falls geklaut werde, ließ den Helm dann aber wieder zufällig wie von selbst auftauchen.

Vom Hairy Lemon Camp hatten wir gehört, es gäbe dort nur Reis und Bohnen zu essen, dem entsprechend freuten wir uns nicht gerade auf den Aufenthalt dort. Jedoch wollten wir unbedingt die berühmten wellen Nile Special und Club Wave surfen und ließen uns deshalb von den Gerüchten nicht weiter abschrecken. Wir wurden mit unserem Gepäck auf die Insel verschifft und paddelten nach dem Ankommen sofort die 10min Flussaufwärts zu Nile Special, welche immer abends läuft. Als wir zurück kamen war es schon fast dunkel und das Essen wartete schon auf uns. Aber es gab kein Reis mit Bohnen, sondern eine leckere Suppe als Vorspeise und danach noch einen Hauptgang. Dieses Menü war keine Ausnahme, so leckeres Essen bekamen wir ab jetzt dreimal am Tag. Auch die Insel ist super schön und die Wellen einfach der Hammer.

Nach zwei Tagen Hairy Lemon wurden wir zu unserer Safari abgeholt. Ein ganzer Tag Autofahrt bis zum Murchinson Nationalpark. Dort übernachten, Tiere anschauen noch einmal übernachten und dann wieder einen ganzen Tag zurück fahren, mit dem ein oder anderen afrikanischen Extra.

Wieder zurück im Hairy Lemon Camp ließen wir uns zu den Challagalla-falls und Itanda fahren. An den Challagalla falls endete die Befahrung mit zwei zerstörten Helmen. Die anschließende Itanda-befahrung dauerte etwas länger, so dass wir erst im Dunkeln im Camp ankamen.

Die letzten Tage verbrachten wir wieder an der day one Sektion auf dem NRE Camp. Wir genossen noch einige Befahrungen der Back Channesl, wobei die Paddeln verboten Schilder immer weiter den Fluss hinauf wanderten.

Ich bin so glücklich, dass ich die Chance hatte die Komplette day one und day two Sektion zu paddeln, was in Zukunft leider nicht mehr möglich sein wird. Jetzt hoffe ich nur noch, dass das Internet hier mal ausnahmsweise funktioniert.


Grüße aus Äthiopien

Melle

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